Schlafapnoe & Schnarchen

Ist Schlafapnoe die Ursache für dein Schnarchen? 

“Schatz, du schnarchst!” Die Häufigkeit der Menschen, die diesen Satz von ihrem Partner bereits gehört haben, ist hoch. Für den Partner kann das Verhalten gerade aufgrund Schlafmangels auf Dauer belastend sein, für den Schnarcher selbst ist es ungefährlich. Doch aufgepasst: Wurde dir berichtet, dass du manchmal Atemaussetzer hast? Fühlst du dich am Morgen dauerhaft müde, obwohl du immer früh ins Bett gehst? Dann ist es besser, abzuklären, ob nicht doch eine gesundheitliche Erkrankung dahinterstecken könnte. 

Schnarchen & Schlafapnoe – wie hängen sie zusammen? 

Schnarchen bedeutet nicht in jedem Fall gleich Schlafapnoe. Doch die Unterscheidung ist oft schwierig. Denn sowohl Schnarchen als auch Schlafapnoe rühren beide von derselben Ausgangslage – einer Verengung der Atemwege. Mit der Lunge hat, wie häufig angenommen, Schnarchen somit nur indirekt etwas zu tun. Der Unterschied vom regulären Schnarchen und einer Schlafapnoe ist der, dass bei einer Schlafapnoe entweder deine Atemwege verschlossen sind oder deine Atmung mehrmals in der Nacht zum Stillstand kommt. 

Das passiert bei einer Schlafapnoe 

Nach Berichten von Deutschestiftungschlaf.org, unterscheiden Ärzte zwischen zwei Arten von Schlafapnoe.

Obstruktive Schlafapnoe

Bei einer OSA entspannen sich während des Schlafs die Rachenmuskeln, blockieren aber dadurch die oberen Luftwege. So entstehen das hörbare Schnarchen und eine laute Atmung. Auch eine Rücklage des Kiefers kann Ursache einer obstruktiven Schlafapnoe sein. Eine OSA ist die häufigste Form der Schlafapnoe. 

Der reguläre Atemfluss wird bei einer OSA mindestens 15-mal pro Stunde gestoppt. In dieser Phase fängt dein Herz an zu rasen, um deinem Körper aufzuwecken. Denn nur so hat er die Möglichkeit, schnell wieder an Sauerstoff zu kommen. Erinnern wirst du dich an diese Schutzreaktion deines Körpers zumeist nicht. 

Zentrale Schlafapnoe

Bei einer zentralen Schlafapnoe kommt es zu Atemaussetzern, obwohl die Atemwege vollständig offen sind. In diesem Fall ist das für einen jeweiligen Zeitraum von mindestens zehn Sekunden das Signal blockiert, das unserem Gehirn das Zeichen des Einatmens gibt. Auch in diesem Fall wachst du dann durch das “SOS-Zeichen” auf, das dein Körper im Inneren in Gang setzt. 

Die ZSA ist seltener als die OSA. Wird eine Schlafapnoe diagnostiziert, liegt der Fall einer OSA bei rund 80, bei einer ZSA bei bis zu 20 Prozent vor – so  laut veröffentlichtem Text der deutschstiftungschlaf.org zufolge. 

Wie gefährlich ist Schlafapnoe?

Um die ärztliche Untersuchung für die Diagnose von Schlafapnoe kommt man nicht drum rum und ein Arztbesuch sollte keinesfalls verzögert werden – denn Schlafapnoe ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. 

Aufgrund Unwissens wird starkes Schnarchen oft nicht ernst genug genommen, um es untersuchen zu lassen. Doch das kann folgenschwere Konsequenzen mit sich ziehen. 

Denn gerade die Tiefschlafphase ist sehr wichtig für unseren Körper. Fällt sie über einen langen Zeitraum weg, bedeutet das nicht nur, dass wir am Tag unausgeruht sind und uns schlecht konzentrieren können. Schlafapnoe und Schlafmangel können unbehandelt diese und weitere Folgen haben: 

Senkung der allgemeinen Lebensqualität, Depression

Durch ständige Müdigkeit können Alltagsfreuden oft nicht mehr richtig genossen werden. Man ist unausgeglichen und gereizt. Besteht dieser Zustand dauerhaft, kann dies im schlimmsten Fall zu einer ernst zu nehmenden Depression führen.

Erhöhte Unfallgefahr

Durch zu wenig Schlaf ist man unkonzentriert. Dadurch erhöht sich die Unfallgefahr im Alltag und am Arbeitsplatz. Innerhalb des Autoverkehrs kann es zu einer Sekundenschlafphase kommen und diese ist für dich und deine Mitmenschen lebensgefährlich.

Herzinfarkt

Laut Studien nimmt bei Schlafapnoe das Risiko für Herzkrankheiten und einen Herzinfarkt signifikant zu. Es wurde bei vielen Menschen, die unter einer Herzinsuffizienz leiden, auch eine Schlafapnoe festgestellt und ein Zusammenhang vermutet. 

Bluthochdruck

Laut Fachexperten steht auch Bluthochdruck in einem direkten Zusammenhang zu Schlafapnoe. Sobald es zu Atemstillständen kommt, nimmt gleichzeitig auch der Sauerstoffgehalt ab. Dadurch wird zu wenig Sauerstoff ins Gehirn und in das Herz geleitet. Unser Körper versucht dies durch eine Aktivierung des sympaythischen Nervensystems auszugleichen, gleichlautend verengen sich dadurch aber unsere Blutgefäße und der Blutdruck wird erhöht. 

Diabetes

Typ-2-Diabetes kommt laut Studien bei Personen, die unter Schlafapnoe leiden, sehr häufig vor. Ein Zusammenhang wurde auch hier untersucht und bestätigt. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen, die nicht nur unter Schlafapnoe, sondern auch gleichzeitig an Übergewicht leiden.

Welche Ursachen führen zu Schlafapnoe? 

Eine schwere Gehirnverletzung wie beispielsweise durch einen Schlaganfall ist nur eine von vielen Ursachen, die eine Schlafapnoe zu Folge haben können. Durch sie wird eine bestimmte Form der zentralen Schlafapnoe ausgelöst, die sogenannte Cheyne-Stokes-Atmung (CSA). Nicht selten wird vor der genauen Diagnose der ZSA zunächst eine Herzinsuffizienz vermutet, da deren Anzeichen wie die flache, unregelmäßige Atmung sehr ähnlich sind.

Woran erkennt man eine Schlafapnoe?

Wer unter Symptomen wie ständiger Erschöpfung, Tagesmüdigkeit, Neigung zu Sekundenschlaf leidet und morgens mit dem Gefühl aufwacht, nicht erholsam geschlafen zu haben, sondern wie gerädert zu sein, wer dazu nachts laut seinem Partner stark schnarcht oder auffällige Atemgeräusche macht-der sollte dringend mit seinem Arzt sprechen. Das gilt insbesondere, wenn weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes bestehen. 

Ein deutliches Warnzeichen für eine mögliche Schlafapnoe ist andauernde Müdigkeit am Tag, oft begleitet von Konzentrationsproblemen und Erschöpfungszuständen trotz genug Stunden Schlaf. Begleitet diesen Zustand hörbares Schnarchen, ist eine Abklärung in jedem Fall empfehlenswert. Doch lass dich nicht irreführen: auch wenn du sicher weißt, dass du nicht schnarchst, kannst du trotzdem unter einer Schlafapnoe leiden. Am häufigsten kann das bei einer zentralen Schlafapnoe passieren.