Wie unter anderem die Uniklinik Freiburg berichtet, leiden in Deutschland rund 6 % aller Frauen und 13 % aller Männer unter einer Schlafapnoe. Eine frühzeitige Diagnose der Erkrankung ist vonnöten, um so bald wie möglich die passende Therapie einzuleiten. Neben der CPAP-Maske zählt der Zungenschrittmacher zu den innovativsten Behandlungsoptionen bei Schlafapnoe auf dem Markt.

Mit dem Online Schlafapnoe -Test das eigene Risiko einschätzen

Die typischen Symptome von Schlafapnoe sind zunächst unspezifisch sowie leicht mit denen anderer Erkrankungen zu verwechseln. Zu den Anzeichen zählen etwa Herz-Kreislauf-Beschwerden, nächtliches Schwitzen und häufige Kopfschmerzen. Im Falle einer Obstruktiven Schlafapnoe kann starkes Schnarchen auftreten, fast ausnahmslos leiden Patienten an starker Tagesmüdigkeit, ohne den Rückschluss auf unregelmäßige Schlafenszeiten ziehen zu können.

Für die sichere Diagnose beziehungsweise den Ausschluss einer Schlafapnoe war bisweilen der Besuch eines externen Schlaflabors zwingend notwendig. Dort verbringen Patienten meist zwei bis drei Nächte, um die relevanten Körperwerte messen und die Ergebnisse analysieren zu lassen. Dank moderner Technik ist es Experten gelungen, einen wesentlich einfacheren Schlafapnoe-Test zu entwickeln. Das Unternehmen Sleepiz war Vorreiter auf dem Gebiet des mobilen Schlaflabors, das als Testgerät zur Heimnutzung geliehen werden kann. Nun hat Aurora Telemed das erste digitale Schlaflabor in der Schweiz eröffnet – ein Meilenstein in der zukünftigen Schlafapnoe-Diagnostik.

Falls Sie unter einer der oben aufgeführten Symptome leiden, bietet Aurora Telemed die Möglichkeit an, Ihr persönliches Schlafapnoe-Risiko zunächst über einen einfachen Online-Test festzustellen. Nur sechs Fragen führen zur Auswertung. Im Anschluss können Sie sich auf Wunsch gleich einen Termin zu einem kostenlosen Beratungsgespräch sichern.

Schlafapnoe Therapien im Überblick

Die Schlafapnoe-Forschung ist mit gutem Gewissen als fortschrittlich zu bezeichnen. Heutzutage stehen OSA-Patienten eine ganze Reihe an modernen Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem die Folgenden:

CPAP-Therapie

CPAP ist die Abkürzung für „Continuous Positive Airway Pressure“. Der leichte Überdruck wird dem Schlafapnoe-Patienten in der Nacht vom Atemgerät ausgehend über eine Schlafmaske zugeführt. Durch diese sanfte Atemunterstützung bei gleichzeitiger Selbstatmung können sich die Atemwege nicht mehr verschließen und Atemaussetzer gehören der Vergangenheit an. Der Patient erhält mehr Luft, der Blutdruck sinkt und das Schnarchen entfällt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist allerdings das konsequente Tragen der korrekt eingestellten Maske.

Protrusionsschiene

Insbesondere dann, wenn anatomische Differenzen die Atemstillstände begünstigen, ist die Protrusionsschiene eine mögliche Maßnahme in der Schlafapnoe-Therapie. Die transparenten Kunststoffschienen werden in der Nacht ähnlich wie eine Zahnspange eingesetzt. Durch sanften Druck verhindern sie die Erschlaffung der Zungenmuskulatur und dadurch ebenfalls ein Verschließen des Rachens durch die Zunge. Trotz der Schiene kann man in der Regel den Mund problemlos öffnen und sogar trinken.

Verhaltenstherapie

Zahlreiche Studien belegen, dass ein häufiger Auslöser für die Obstruktive Schlafapnoe eine ungesunde Lebensführung ist. Dazu zählt eine unausgewogene Ernährung, mangelnde Bewegung sowie regelmäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss, was alles die Entstehung von OSA in signifikantem Maße begünstigen kann. Eine Umstellung bestimmter Lebensgewohnheiten ist daher, bestenfalls schon vor den ersten Anzeichen, anzuraten. Unterstützen können Sie dabei Ärzte und Selbsthilfegruppen.

Wie funktioniert der Zungenschrittmacher?

Beim Zungenschrittmacher handelt es sich um ein medizinisches Gerät, das dem Schlafapnoe-Patienten samt der dazugehörigen Elektroden, unterhalb der Brust implantiert wird. Ein Zungenschrittmacher misst nur etwa die Größe einer Streichholzschachtel. Die Implantation erfolgt unter Vollnarkose und erfordert zwei bis drei kleine Schnitte unter die Haut.

Und so funktioniert die Methode: Die Muskelspannung eines Menschen sinkt im Schlaf ab, dadurch kollabiert der obere Atemweg. Der Zungenschrittmacher sorgt jedoch für eine kontinuierliche Stimulation des Unterzungennervs (Nervus hypoglossus). Dadurch wird die kollabierte Zungenmuskulatur „geweckt“, der Zungengrund wird flacher und die Zunge kommt etwas nach vorne. Dies verhindert die gefährlichen Atemaussetzer, die bei Obstruktiver Schlafapnoe typischerweise auftreten. Die Nachtruhe des Patienten wird nicht mehr unterbrochen und er genießt wieder einen qualitativ hochwertigen Schlaf. Ein positiver Nebeneffekt ist der Wegfall des Schnarchens.

Für wen eignet sich der Zungenschrittmacher?

Die CPAP-Therapie ist grundsätzlich die erste Wahl bei der Therapie von Schlafapnoe-Patienten, da damit seit Jahren hervorragende Behandlungserfolge bei Schlafapnoe erzielt werden, wie unter anderem die Helios Klinik oder das Katholische Marienkrankenhaus Hamburg berichten. Sie wird von vielen Patienten, nach erfolgreicher Eingewöhnung, gut toleriert. In einigen Fällen kann eine CPAP Therapie jedoch aus folgenden Gründen nicht erfolgen:

  • Die Patienten sprechen behandlungstechnisch nicht auf die CPAP-Atemmaske an
  • Betroffene kommen nicht mit ihr zurecht
  • Die CPAP-Therapie ist aufgrund anderer, vorliegender Krankheiten nicht empfehlenswert

In diesen Fällen ist der Einsatz eines Zungenschrittmachers oftmals eine gute Alternative. Insbesondere gilt das ebenso:

  • Wenn Patienten unter mittlerer bis schwerer OSA leiden (15-65 Atemaussetzer pro Stunde)
  • Wenn Betroffene mit einem BMI von unter 35 eine normale Konstellation ohne Übergewicht aufweisen (Adipositas und Obstruktive Schlafapnoe treten oft zusammen auf)
  • Wenn die Personen nicht unter schweren, neuromuskulären Erkrankungen oder anderen Schlaferkrankungen wie beispielsweise Narkolepsie leiden

Ist die Entscheidung für die Schlafapnoe-Operation getroffen, ist eine Schlafvideoendoskopie gängig. Bisweilen sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen notwendig. In jedem Fall sollte die bereits vorgenommene Polysomnografie (Schlaf-Screening) nicht länger als sechs Monate zurückliegen.

Die 4 Phasen des Behandlungsablaufs

Soll ein Zungenschrittmacher zur Therapie bei Schlafapnoe eingesetzt werden, verläuft der weitere Behandlungsablauf, auch in der digitalen Schlafklinik von Aurora Telemed, wie folgt:

1. Phase: Das Vorgespräch

Das Vorgespräch führt ein im Bereich Schlafmedizin ausgebildeter Facharzt durch. Dabei werden den Patienten neben einer Aufklärung über diese Therapieform alle Fragen beantwortet und mögliche Risiken der anstehenden Operation besprochen. Eine körperliche Untersuchung testet auf Tauglichkeit für die Operation. Daraufhin wird der Operationstermin vereinbart.

2. Phase: Einsatz des Zungenschrittmachers

Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose, gefolgt von einem stationären Klinikaufenthalt von etwa drei bis fünf Tagen. Die Wundöffnung beträgt zwei bis drei minimale Hautschnitte, die an der Haut, an Hals und Brustkorb durchgeführt werden. Mit einer Einschränkung des Sprechens oder der Nahrungsaufnahme nach dem Eingriff ist nicht zu rechnen. Nach etwa zehn Tagen können die Fäden gezogen werden, nach zwei bis vier Wochen ist der Zungenschrittmacher zum ersten Mal einsatzbereit.

3. Phase: Die Aktivierung des Gerätes

Die Erstaktivierung des Zungenschrittmachers erfolgt immer vom behandelnden Arzt. Zunächst müssen die Systemwerte mit denen individuellen Werten des Patienten kompatibel gestellt werden. Daraufhin erhalten die Patienten eine eingängige Benutzereinweisung in die Bedienung der dazugehörigen Fernbedienung. Erfahrungen haben gezeigt, dass es meist nur einige Tage dauert, bis der Patient nichts mehr von der Stimulation merkt, obgleich sie aktiv ist und so vollkommen erholt schlafen kann. Nach drei Monaten erfolgt die erste Nachprüfung im Schlaflabor, gegebenenfalls mit Justierung des Stimulationsmodus.

4. Phase: Die Nachkontrolle

Zur Nachkontrolle müssen Nutzer des Zungenschrittmachers einmal jährlich. Diese wird beim Facharzt für Schlafmedizin oder kann gegebenenfalls sogar beim HNO-Arzt durchgeführt werden. Er kontrolliert hierbei primär den Batteriestatus sowie den Nutzungsmodus. Zusätzlich kann es, je nach Ausgangslage, zu einer Anpassung der Therapie kommen.

FAQ

Nachfolgend einige häufig auftretende Fragen rund um die Therapiemaßnahme sowie das digitale Schlaflabor Aurora Telemed.

Wie lange hält die Batterie eines Zungenschrittmachers?

Laut der bereits eingangs erwähnten Studie der Uniklinik Freiburg beträgt die Lebenszeit eines Zungenschrittmachers rund 11 Jahre. Andere Quellen sprechen von 8 bis 11 Jahren. Lassen Sie den Batteriestatus dennoch unbedingt mindestens einmal jährlich bei einem Facharzt prüfen.

Ist ein Zungenschrittmacher gefährlich?

Der Zungenschrittmacher ist ein langjährig erforschtes und viel eingesetztes Gerät. Eine direkte Gesundheitsgefahr geht von ihm nicht aus. Dennoch sollten bestimmte Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden:

  • Halten Sie den empfohlenen Mindestabstand zu Elektrogeräten mit Magnetfeldern ein.
  • Obgleich laut der Uniklinik Freiburg bestimmte Zungenschrittmacher mittlerweile kernspintauglich sein können, trifft dies nicht gleichermaßen auf alle zu. Weisen Sie daher Ihren behandelnden Arzt immer darauf hin, dass Sie einen Zungenschrittmacher tragen.
  • Bestimmte Sportarten, wie etwa Tauchen, sind mit einem Zungenschrittmacher möglichst zu vermeiden. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt.

Zahlt meine Krankenkasse die Kosten für den Zungenschrittmacher?

Die Therapiekosten für den Einsatz des Zungenschrittmachers werden in Deutschland und  der Schweiz von den meisten Krankenkassen übernommen. Prüfen Sie hierzu sicherheitshalber Ihre individuellen Versicherungsbedingungen und setzen Sie sich mit dem Ansprechpartner Ihrer Krankenkasse in Verbindung.

Kann ich Aurora Telemed auch telefonisch erreichen?

Obwohl es sich bei Aurora Telemed um eine digitale Schlafklinik handelt, werden Sie selbstverständlich von echten Menschen behandelt und beraten. Sie können das Team von Aurora Telemed jederzeit über den digitalen Weg oder zu den Sprechzeiten telefonisch unter +41 61 563 06 50 erreichen. Die Erstberatung ist für Sie kostenfrei.

Fazit

Neben der CPAP-Therapie stellt die Schlafapnoe-Behandlung mit dem Zungenschrittmacher eine empfehlenswerte Alternative zur Schlafmaske dar. Dabei handelt es sich zwar um einen operativen Eingriff unter Vollnarkose, doch die Erfolgsaussichten sind ausgezeichnet: Die Regenerationszeit ist kurz, der Patient hat einen uneingeschränkten Schlaf und die Methode ist seit vielen Jahren erprobt.

Wie bei allen Schlafapnoe-Therapien ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung eine eingehende Apnoe-Anamnese im Schlaflabor. Aurora Telemed bietet als erste vollkommen digitale Schlafklinik in der Schweiz eine hervorragende und authentifizierte Alternative zum Besuch einer externen Klinik. Sichern Sie sich mit nur wenigen Klicks noch heute Ihren kostenlosen Beratungstermin.