Autor: shruti

  • CPAP und BIPAP – Das müssen Sie wissen

    Leiden Sie unter Schlafapnoe, ist Ihre Atmung nachts phasenweise behindert. Dies äußert sich durch viele kurze Atemaussetzer und oftmals lautes Schnarchen. Unbehandelt kann eine OSA zu gefährlichen Folgeerkrankungen führen, die sich jedoch vermeiden lassen.

    Die CPAP-Therapie ist mittlerweile sehr bekannt, da sie seit Jahren hervorragende Ergebnisse vorweist. Doch haben Sie auch schon einmal etwas von der BIPAP-Therapie gehört? Dann ist dieser Text interessant für Sie. Wir wollen die häufigsten Fragen beantworten und die Unterschiede zwischen CPAP und BIPAP Behandlungsgeräten erklären.

    Wie definiert sich CPAP

    CPAP ist die Abkürzung für „Continuous Positive Airway Pressure”. Der Begriff beschreibt, was das Gerät kann, nämlich dem Schlafapnoe-Patienten konstant gesetzten Überdruck liefern. Dadurch bleiben die Atemwege offen und die Atemaussetzer werden erfolgreich verhindert.

    Die Luftzufuhr geht von einem Luftdruckgerät aus und erfolgt über eine medizinische Schlafmaske, von der eine Version nur die Nase und eine andere sowohl Mund als auch Nase umschließt (Full-Face Maske). Dadurch, dass der Patient mit der CPAP-Maske atmet, stehen die Atemwege unter einem leichten Überdruck und werden dadurch offen gehalten. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass starkes Schnarchen damit ebenso der Vergangenheit angehört.

    Wie funktioniert ein BIPAP Gerät?

    BIPAP steht für “biphasischer positiver Atemwegsdruck”. Das BIPAP Beatmungsgerät dient dazu, die reguläre Atmung, auch Spontanatmung genannt, mit sanftem Wechseldruck zu unterstützen.

    BIPAP-Geräte können den Druck der Beatmung in zwei Niveaus ausgeben, dem Peep und dem Maximaldruck. Das BIPAP-Therapieverfahren ist  eine spezielle Form der klassischen CPAP-Therapie .

    In der Intensivmedizin wird BIPAP-Verfahren auch zur Notfallbehandlung bei Personen mit der Lungenerkrankung COPD eingesetzt. Das häusliche BIPAP-Gerät wird von Medizinern hingegen speziell bei der Obstruktiven Schlafapnoe für den Heimgebrauch vergeben.

    Gemeinsamkeiten zwischen der CPAP und BIPAP Therapie

    CPAP und BIPAP sind beides führende Behandlungsmethoden, die bei Patienten mit Obstruktiver Schlafapnoe eingesetzt werden können. Im Unterschied zur CPAP-Therapie wird bei der BIPAP-Therapie der Druck bei der Ausatmung abgesenkt. Der OSA-Patient erhält über eine Schlafmaske durch das Beatmungsgerät Luft mit Überdruck in die Atemwege zugeleitet. Der Überdruck wird auch als pneumatische Schiene bezeichnet, da er einer Atemwegsverengung vorbeugt.

    Gemeinsame Vorteile von CPAP und BIPAP auf einen Blick

    • Atemaussetzer werden verhindert
    • Die nächtlichen Sauerstoffabfälle im Blut warden beseitigt
    • Der Blutdruck wird gesenkt
    • Schnarchen wird gestoppt

    Wie lange dauert es, bis CPAP oder BIPAP wirkt?

    Wann eine erste Besserung der Beschwerden eintritt, hängt bei beiden Methoden in erster Linie vom Schweregrad der Erkrankung ab. In einigen Fällen spüren Sie bereits bei der ersten Anwendung eine Reduktion derr Tagesmüdigket. Andere Menschen müssen sich erst an das Gerät gewöhnen, bis sie seine positive Wirkung wirklich wahrnehmen können.

    Im Allgemeinen sprechen viele OSA-Patienten gar von einem neuen Lebensgefühl bei Anwendung von CPAP oder BIPAP. Die Voraussetzung für dieses Ziel ist jedoch eine korrekte und konsequente Handhabung.  Speziell bei einer schweren Form der Schlafapnoe müssen sie das Gerät ein Leben lang anwenden. So behalten Sie jedoch die uneingeschränkte Kontrolle über die Krankheit.

    Unterschiede zwischen CPAP und BIPAP Geräten

    Wo liegen nun die Unterschiede zwischen den Geräte? Der Hauptunterschied liegt im Luftdruck. CPAP hat nur eine Luftdruck-Einstellung, bei BIPAP gibt es gleich zwei. CPAP liefert gleichbleibenden Druck beim Ein- und Ausatmen, BiPAP gibt hingegen beim Einatmen erst einen höheren, beim Ausatmen dann einen niedrigeren Druck ab.

    Das Ausatmen ist also mit der BIPAP-Therapie grundsätzlich einfacher. Das macht die Geräte besonders für Patienten mit der vorherrschenden Lungenkrankheit COPD interessant. Treten COPD und Schlafapnoe zeitgleich auf, ist dies sehr gefährlich und sollte unbedingt behandelt werden. BIPAP kann hier Abhilfe schaffen. Mehr über das Thema COPD und Schlafapnoe erhalten Sie unter diesem Link .

    CPAP Schlafen

    CPAP oder BIPAP: Welche Therapie eignet sich für wen?

    CPAP gilt bereits seit Langem als Standard-Therapie zur Behandlung von Obstruktiver Schlafapnoe. Der Luftdruck startet bei den meisten Geräte durch eine sogenannte Rampenfunktion in der Nacht zunächst mit einer niedrigen Einstellung und steigt dann allmählich auf sanfte Weise. Sobald er beim gewünschten Druck angekommen ist, bleibt er bis zum Morgen konstant. Dadurch irritiert es insbesondere Erstanwender weniger.

    Die Wirkweise von CPAP bei einer Schlafapnoe ist so gut, dass viele Krankenkassen die Behandlungskosten bei einer ausgewiesenen OSA übernehmen.

    BIPAP bietet u. a. Menschen eine wertvolle Hilfe, die eine insgesamt niedrige Sauerstoffsättigung in der Nacht haben. Das ist unter anderem bei anderen Erkrankungen der Lunge oder der Atemwege, wie COPD, der Fall. Auch bei neuromuskulären oder anderen Krankheiten wie  Herzinsuffizienz wird BIPAP bevorzugt eingesetzt. Bei Schlafapnoe wird häufig erst CPAP verschrieben, und erst bei erfolgloser Behandlung, dann BIPAP. Eine Ausnahme stellen Patienten dar, die einen besonders hohen Luftdruck benötigen, denn in diesem Fall könnte BIPAP womöglich als bessere Erstlösung dienen.

    Die Operation und weitere Alternativen zur Atemmaske

    Es gibt viele Gründe, die für den Einsatz einer Atemmaske bei Schlafapnoe sprechen. Nun ist es aber natürlich nicht von der Hand zu weisen, dass ihr Einsatz gleichermaßen an Akzeptanz und Gewöhnung verlangt. Nicht wenige haben Probleme mit der Maske und leiden etwa unter nächtlichen Panikattacken oder haben Gesichtsschmerzen, weil sie mit der Handhabung der Maske nicht zurechtkommen. Die gute Nachricht ist, dass es in diesem Fall noch einige weitere Möglichkeiten einer sinnvollen OSA-Therapie gibt.

    Die Protrusionsschiene etwa wird vor dem Schlafengehen wie eine lockere Zahnspange eingesetzt, schiebt den Unterkiefer und die Zunge ein wenig nach vorn und hält sie dort fest. Dadurch wird der nächtliche Atemwegsverschluss verhindert. In seltenen Fällen ist der Einsatz eines Zungenschrittmachers eine Option . Die Möglichkeit einer Kostenübernahme durch die Krankenkassen muss in dem Fall jedoch individuell abgeklärt werden. Alternativ steht auch die bimaxilläre Operation im Fokus, bei der sowohl Unter- als auch Oberkiefer vorverlagert werden. Sie stellt ein sehr aufwendiges Verfahren dar, ist aber bislang die einzige kausale Methode der vollständigen Heilung von obstruktiver Schlafapnoe dar.

    Fazit

    CPAP und BIPAP sind beides hocheffiziente Therapiemaßnahmen für die Behandlung einer Obstruktiven Schlafapnoe. CPAP stellt dabei das Standardverfahren dar, und BIPAP wird zumeist bei Patienten eingesetzt, die zudem unter anderen Krankheiten wie COPD leiden oder aber OSA-Patienten, die einen besonders starken Druck bei der Apnoe-Therapie benötigen.

    Beide Therapiemaßnahmen arbeiten mit dem gleichen Prinzip der Luftzufuhüber eine Atemmaske. Der primäre Unterschied besteht darin, dass CPAP mit einem konstanten Luftdruck arbeitet, während BIPAP zwei Druckniveaus aufweist, die beim Ein- und Ausatmen unterschiedlich sind.

  • Was ist BIPAP-Beatmung und wann wird sie angewendet?

    Wie funktioniert die BIPAP-Beatmung?

    Der ausgeschriebene Begriff “biphasischer positiver Atemwegsdruck“, für den BIPAP steht, beschreibt bereits gut, um was es geht: nämlich um sanften Überdruck. Ein BIPAP-Beatmungsgerät ist dabei imstande, falls es notwendig ist, die reguläre Atmung der Patienten komplett zu ersetzen, doch das Hauptziel ist, sie lediglich zu unterstützen. Das heißt, die Patienten werden permanent durch sanften Überdruck beatmet, um eine bessere Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Dennoch ist es den Patienten möglich, mit ihrer Spontanatmung selbst einzusetzen und sie so zu trainieren.

    Der kleine Bruder des BIPAP-Gerätes ist die CPAP-Atemmaske. Sie wird seit vielen Jahren zur Behandlung von Schlafapnoe eingesetzt und verzeichnet dabei so große Erfolge, dass die meisten Krankenkassen die Behandlungskosten bereits übernehmen. BIPAP-Geräte in ihrer kleinsten Form finden in diesem Therapiebereich ebenfalls Anwendung im Heimgebrauch. Überdies sind BIPAP-Geräte aus der Intensivmedizin nicht wegzudenken, etwa für Betroffene der Lungenerkrankung   COPD.

    Einstellgrößen bei BIPAP

    BIPAP-Geräte weisen zweierlei Beatmungsdruck auf, und zwar einen oberen und einen unteren. Der Wechsel zwischen den Druckniveaus wird in der Fachsprache Inspiration (Einatmung) und Exspiration (Ausatmung) genannt. Die optimale Frequenz wird individuell auf die Patienten zugeschnitten und im BIPAP-Gerät eingestellt.

    Der untere Beatmungsdruck wird in Kurzform als PEEP bezeichnet, ausgeschrieben heißt das Positive end-expiratory pressure. Hierbei handelt es sich um den tiefsten, positiven Druck, der sich vom Zeitpunkt her am Ende der Exspirationsphase in der Lunge einstellt. Durch ihn entstehen weniger Atelektasen, oder auf gut Deutsch, fehlende Lungenbelüftungen. Ferner wird der Lungenwiderstand am Anfang der Einatmungsphase durch die Vordehnung des PEEP reduziert.

    Der obere Beatmungsdruck wird bei der Einstellung dem maximalen Inspirationsdruck zugrunde gelegt. Das Atemzugvolumen wird demnach durch die Druckdifferenz zwischen dem oberen und unteren Druckniveau bestimmt. Das Atemzugvolumen ist von Patient zu Patient unterschiedlich und hängt primär von der Dehnbarkeit der Lunge, auch Lungencompliance genannt, ab. Je geringer diese ausfällt, desto höher muss die Druckdifferenz sein.

    Das Atemminutenvolumen kann sowohl durch eine erhöhte Druckdifferenz gesteigert werden als auch durch eine höhere, minütliche Atemfrequenz. Das große Plus an der BIPAP-Maske besteht darin, dass die Patienten nicht ausschließlich maschinell beatmet werden, sondern auch selbst mitatmen können (Spontanatmung). Die Atembewegungen kommen in dem Fall aus dem Zwerchfell der Patienten.

    Wann kann BIPAP-Beatmung angewendet werden – wann nicht?

    Die BIPAP-Therapie bietet sich hauptsächlich für Patienten mit einer nachweislich niedrigen Sauerstoffsättigung an. Das ist zum Beispiel bei Menschen der Fall, die unter einer Lungenfunktionsstörung oder -erkrankung leiden oder nachhaltig erkrankte Atemwege aufweisen. Ein typisches Beispiel ist hier COPD. Auch Herzinsuffizienz-Patienten oder Menschen, die unter einer   neuromuskulären Erkrankung   leiden, profitieren langfristig von der BIPAP-Therapie.

    BIPAP- Beatmung und Schlafapnoe

    Im Fall von   Schlafapnoe   muss abgewägt werden. Grundsätzlich steht in diesem Fall die CPAP-Therapie immer noch an erster Stelle, denn die Prognosen sowie Erfahrungswerte sind hervorragend. Zeigt diese Behandlungsvariante dennoch keine großen Erfolge, ist es wahrscheinlich, dass ein höherer Beatmungsdruck notwendig ist. An dieser Stelle kommt dann die BIPAP-Therapie ins Spiel. Sind Sie im Fall einer Schlafapnoe von einer Kostenübernahme abhängig, so beteiligen sich Krankenkassen an der Behandlung mit BIPAP erfahrungsgemäß meist erst, wenn CPAP erfolglos bleibt.

    Wenn Geist und Körper sich gegen die Therapie stellen

    Trotz aller innovativen Weiterentwicklungen der Atemmasken-Therapien gibt es immer wieder Betroffene, die keine der Atemmasken-Therapien tolerieren. Das kann neben medizinischen Gründen auch unter anderem psychologische Ursachen haben. So kann es vorkommen, dass Patienten nächtliche Panikattacken haben und sich so gar nicht an die Atemmaske und die Schläuche gewöhnen können. Lassen Sie sich in diesem Fall von Ihrem Arzt über Alternativen wie die   Protrusionsschiene   oder gegebenenfalls auch die   bimaxilläre Operation   aufklären.

    BIPAP und CPAP?  Sind Sie noch verwirrt? Kein Grund zur Sorge. In unserem Artikel „CPAP und BIPAP – Das müssen Sie wissen“ gehen wir ganz explizit und noch detaillierter auf die Unterschiede zwischen den beiden Therapieformen ein.

    BIPAP Beatmung Schlafen

    BIPAP und Beatmungsentwöhnung

    In der Intensivmedizin ist die BIPAP- Beatmung optimal dafür geeignet, um Patienten, die lange vollständig beatmet wurden, Stück für Stück wieder an eine normale Atmung zu gewöhnen. Der Vorgang wird als Weaning oder Entwöhnung bezeichnet. Dadurch, dass das BIPAP-Gerät exakt auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden kann, ist es möglich, dass Sie sich langsam und ohne Angst wieder an Ihre natürliche Spontanatmung gewöhnen und diese bewusst trainieren können.

    Typischerweise wird die Einstellung der Atemfrequenz erst noch hochgehalten und dann über einen gewissen Zeitrahmen behutsam heruntergefahren. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Patienten dann wieder selbstständig atmen können. Der Prozess bedarf in jedem Fall einer ärztlichen Begleitung, andernfalls kann es etwa durch eine Überanstrengung der Spontanatmung zu einer symptomatischen Verschlimmerung des Zustands kommen. Ferner müssen die CO2-, O2- und pH-Werte zwingend und fortlaufend kontrolliert werden.

    Fazit

    Die BIPAP- Beatmung stellt eine effiziente Beatmungstherapie dar, die Patienten mit dem nötigen Sauerstoff versorgt. Der Atemdruck kann dabei am Gerät individuell eingestellt werden. Das Besondere am BIPAP-Gerät ist, dass es Betroffenen ermöglicht, trotzdem auch ihre natürliche Spontanatmung einzusetzen. Das ist sehr hilfreich beim Weaning, also der Beatmungsentwöhnung.

    Die BIPAP- Beatmung wird erfolgreich bei Patienten mit Lungen- und Herzerkrankungen eingesetzt. Auch innerhalb der Schlafapnoe-Therapie genießt sie ein hohes Ansehen. Sie ist im Prinzip die Weiterentwicklung der Behandlung mit der CPAP-Atemmaske und scheint optimal für Patienten geeignet, die einen höheren Atemdruck benötigen. Die meisten Betroffenen empfinden es als angenehm, dass die Druckregulierung stufenweise erhöht werden kann.

  • Gilt Schlafapnoe als Schwerbehinderung?

    Auswirkung von Schlafapnoe auf die Fahrtauglichkeit

    Wer unter Schlafapnoe leidet, hat mit ständiger Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche zu kämpfen. Bei fortgeschrittener Apnoe kommen häufig Herz-Kreislauf-Beschwerden und weitere Symptome hinzu. Dass Schlafapnoe-Patienten in einen Sekundenschlaf fallen, ist keine Seltenheit. Aufgrund dieser Faktoren wird eine mittelschwere bis schwere Schlafapnoe sogar als Schwerbehinderung eingestuft.

    Die European Sleep Research Society führte laut Berichten der renommierten Seegartenklinik hierzu eine Umfrage durch. Ausgewertet wurden über 12.000 Fragebögen aus 19 Ländern. Das Ergebnis war ernüchternd: Rund 17 % aller Befragten gaben an, in den letzten zwei Jahren aufgrund der Erkrankung während des Fahrens eingeschlafen zu sein. Das stellt die verminderte Fahrtauglichkeit und die enorme Wichtigkeit einer Therapie von Schlafapnoe stark in den Vordergrund.

    Denn mit einer OSA steigt das Unfallrisiko im Autoverkehr mindestens um ein 2,5-faches an, bei schwerer Schlafapnoe sogar noch weiter an. Gerade auch im Berufskraftverkehr ist diese Zahl alarmierend. Die gute Nachricht ist, dass dieser Prozentsatz mit einer OSA-Therapie wieder auf ein Normalmaß reduziert werden kann.

    Können Schlafapnoe-Patienten Ihren Führerschein verlieren?

    Theoretisch ja. Denn Schlafapnoe geht mit einer stark eingeschränkten Reaktionsfähigkeit einher und kann auch zum gefürchteten Einnicken am Steuer führen, was sowohl das Leben der Betroffenen, als auch das ihrer Mitmenschen stark gefährdet. Das spricht nicht nur aus der sozialen Verantwortung, sondern auch aus Sicht der Grundregel der Straßenverkehrsordnung (StVO) zunächst einmal für die Abgabe des Führerscheins und die Einführung einer Schlafapnoe Meldepflicht. Auch in Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) fällt der Begriff Tagesschläfrigkeit.

    Jedoch muss hier immer individuell unter- und entschieden werden. Die Schweregrade einer Schlafapnoe sind von Patient zu Patient variabel. Sollte offiziell eine Tagesschläfrigkeit gemessen werden, sollten die Betroffenen zunächst nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen. Bleibt die Schlafapnoe unbehandelt, können Sie somit theoretisch den Führerschein verlieren.

    Infolge einer Behandlung dürfen Sie weiterhin fahren, müssen jedoch für regelmäßige Begutachtungskontrollen Ihren Arzt aufsuchen. Wurde Ihnen der Führerschein bereits entzogen, können Sie ihn zurückerlangen, indem Sie sich bei einer anerkannten Gutachtenstelle, wie dem Verkehrsmedizinamt, untersuchen lassen. Zusätzlich müssen Sie eine erfolgreiche Behandlung mit darauffolgender starker Verbesserung Ihrer Tagesschläfrigkeit nachweisen können.

    Schwerbehinderung Schlafapnoe Auto fahren

    Schwerbehindertenausweis für Schlafapnoe-Patienten?

    Gleich vornweg : Ja, unter bestimmten Umständen ist es möglich , einen Behindertenausweis zu erhalten , wenn Sie unter Schlafapnoe leiden . Nehmen Sie sich ruhig ein Herz und stellen den Antrag , denn erstens haben Sie das Recht, bestimmte Personen wie Ihren Chef aus dem Wissenskreis auszuschließen , und zweitens kann eine offiziell bestätigte Funktionseinschränkung Nachteilsausgleiche für Sie bedeuten , wenn Ihre Schlafapnoe als Schwerbehinderung anerkannt wird .

    Wann gilt man gesetzlich als behindert?

    Eine Behinderung beziehungsweise Schwerbehinderung im Sinne des Gesetzes wird vom Versorgungsamt erörtert . Der Begriff Behinderung wird entgegen der landläufigen Meinung nicht anhand einer bestimmten Krankheitsdiagnose gestellt . Es geht hier eher darum , inwieweit die Funktionseinschränkung , die Sie betrifft , Ihr alltägliches Leben beeinflusst . Lautet die Diagnose Schlafapnoe , liegt , je nach Ausmaß der Erkrankung , eine erhöhte Unfallgefahr im Straßenverkehr , Berufskraftverkehr und beim Bedienen von Maschinen vor .

    Bei Schlafapnoe den Grad der Behinderung bestimmen

    Die Abkürzung GdB steht für den Grad der Behinderung, der laut Einstufung zwischen 0 und 100% betragen kann. Gerechnet wird in Zehnerschritten. Ab 20 spricht das Sozialgesetz offiziell von einer Behinderung und ab 50% von einer Schwerbehinderung. Auf Antrag gibt es ab einem GdB von 30% auch Gleichstellungsmöglichkeiten. Eine Antragstellung mit Nachweis ergibt dann Sinn, wenn Sie Ihren Anspruch auf Nachteilsausgleich, etwa bei Ihrem Arbeitgeber, beantragen wollen. Wie bereits erwähnt, können Sie die Personen, die von Ihrer durch Schlafapnoe bedingten Schwerbehinderung wissen müssen, jedoch auf das Versorgungsamt und das Finanzamt beschränkt halten.

    Eine Schlafapnoe wird, je nach Grad des Ausmaßes, zunächst mit bis zu 20% eingestuft. Dies würde bedeuten, dass Sie einen Behindertenausweis erhalten. Verweigern Sie die Therapie aus rein persönlichen Gründen, fallen Sie meist auf einen GdB von maximal 10% zurück. Möchten Sie eine Schlafapnoe-Therapie machen, aber eine Behandlung mit der Atemmaske ist bei Ihnen nachgewiesenermaßen nicht möglich, landen Sie oftmals bei einem GdB von 20 bis 50%. Bei 50% könnten Sie gegebenenfalls einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Die CPAP-Therapie ist grundsätzlich sehr gut verträglich, Hinderungsgründe der Behandlung können jedoch bestimmte Vorerkrankungen sein.

    Welche Nachteilsausgleiche sind möglich?

    Wird bei Ihnen aufgrund der Schlafapnoe eine Schwerbehinderung festgestellt, spielt der Grad der Behinderung eine wichtige Rolle. Wird ein Behinderungsgrad von 20% amtlich bestätigt, können Sie mit einem steuerlichen Pauschbetrag von 384 Euro im Jahr ( Stand 2021 ) rechnen. Beantragen Sie mit einem GdB von mindestens 30% einen Gleichstellungsnachweis zum Schwerbehindertenausweis, können Sie in der Regel von einem Pauschbetrag von 620 Euro und einem optimierten Kündigungsschutz an Ihrem Arbeitsplatz profitieren. Bei einem GdB von 40% erhalten Sie nach der offiziellen Einstufung 860 Euro. Ab dem GdB von 50% bekommen Sie nach aktuellem Stand 1140 Euro und viele Zusatzleistungen wie zum Beispiel:

    • Bevorzugte Einstellung
    • Sehr hoher Kündigungsschutz
    • Zusatzurlaub
    • Früherer Arbeitsrentenanspruch
    • Ermäßigungen bei diversen Unternehmen wie Automobilclubs, Mobilfunkanbietern und mehr

    Weitere Informationen zu erneuerten Vorteilen im Jahr  2023 erhalten Sie auch unter anderem hier übersichtlich dargelegt, weiter berichtet die Lebenshilfe über Vorteile.

    Eine Nichtbeantragung ist kaum vorteilhaft. Im Gegenteil könnten Ihnen bei der Diagnose Schlafapnoe ohne (Schwer-)behintertenausweis unter Umständen sonst sogar noch andere rechtliche Schwierigkeiten drohen. Hierzu gehören eine Erwerbsminderungsrente oder Probleme bei der Durchsetzung Ihres Krankengeldes. Stehen Sie also für Ihr Recht ein!

    Für welche Schlafapnoe-Therapien erhält man Zuschüsse?

    Die mit Abstand erfolgreichste Behandlungsart bei Schlafapnoe, die CPAP-Therapie , wird von der Mehrheit der Krankenkassen übernommen. CPAP-Geräte führen Patienten über eine Atemmaske in der Nacht sanft kontinuierlichen Überdruck zu, um den Verschluss der Atemwege und so auch Atemstillstände zu verhindern.

    Ist diese Behandlung bei Ihnen aus medizinischen Gründen nicht möglich oder erzielte sie nicht den gewünschten Erfolg, haben Sie gute Chancen auf die Kostenübernahme einer Schlafapnoe-Schiene . Hiervon berichtet unter anderem auch die Verbraucherzentrale . Die Schiene, die auch als Schnarchschiene bekannt ist,  wird nachts in Ober- und Unterkiefer eingesetzt, hält Unterkiefer und Zunge vorne und verhindert so ebenfalls erfolgreich Atemaussetzer. Zudem reduziert sie das Schnarchen. Die Protrusionsschiene, wie sie offiziell heißt, ist eine der besten Therapiealternativen von Schlafapnoe ohne Maske .

    Fazit

    Die Diagnose Schlafapnoe macht vielen zunächst Angst. Doch seien Sie beruhigt : Die Erkrankung ist behandelbar und das oft mit großem Erfolg . Aufgrund der häufigen Einstufung von unbehandelter Schlafapnoe als Schwerbehinderung übernehmen viele Krankenkassen deshalb die Kosten für bestimmte Therapieverfahren . Gleichzeitig sorgt die Schlafapnoe-Therapie auch dafür , dass man sich rechtzeitig vor rechtlichen Konsequenzen , wie einem möglichen Führerscheinverlust schützen kann und damit mobil bleibt . Mit der Beantragung eines Behinderten – beziehungsweise Schwerbehindertenausweises bei einer mittelgradigen bis schweren Form von Schlafapnoe können Sie sich unter Umständen rechtliche sowie finanzielle Nachteilsausgleiche sichern .

  • Wie ist der Ablauf einer Untersuchung im Schlaflabor?

    Was ist ein Schlaflabor?

    Es gibt viele Ursachen für eine Schlafstörung, und es ist oft komplex, ihnen auf die Spur zu kommen. Der erste Schritt zu einer aussagekräftigen Diagnose führt dabei häufig über den Aufenthalt in einem Schlaflabor. Hierbei handelt es sich um eine medizinische Einrichtung für Patienten, in der Sie für gewöhnlich ein bis zwei Nächte verbringen. Vor der Nachtruhe werden Sie zumeist durch Elektroden an Geräte angeschlossen, die mit hochpräzisen Techniken persönliche Daten wie Herzfrequenz, Bewegungen oder Atemaussetzer aufzeichnen und relevante Erkenntnisse für Therapieansätze abliefern.

    Schlaflabore sichern Diagnosen ab

    Die Dateien werden von Spezialisten ausgewertet, aus deren Analyse sich valide Schlüsse über eine mögliche Erkrankung, wie Schlafapnoe, schließen lassen. Eine Überweisung ins Schlaflabor durch einen Haus- oder Facharzt erfolgt zumeist dann, wenn vorherige Untersuchungen ins Leere gelaufen sind und weder eine genaue physische, noch psychologische Grunderkrankung ausgemacht werden konnte. Eine Überweisung findet auch statt, um einen ärztlichen Verdacht auf eine Erkrankung zu bestätigen, die den schlechten Schlaf beziehungsweise die andauernde Tagesmüdigkeit der Person erklärt.

    Welche Untersuchungen gibt es im Schlaflabor?

    Um die Frage zu beantworten, ist es wichtig, sich die verschiedenen Schlafphasen anzusehen, die das menschliche Gehirn in der Nacht durchmacht und die sich aller Regel nach abwechseln:

    Phase 1: Das Einschlafen

    Phase 2: Die Leichtschlafphase

    Phase 3: Die Tiefschlafphase

    Phase 4: Die Traumphase (REM-Schlafphase)

    Die Untersuchung des Schlafes nennt man Polysomnographie. Eine Polysomnographie zeichnet sowohl körperliche Bewegungen als auch Aktivitäten unseres Gehirns auf. Die Messung der Hirnaktivität wird durch ein Schlaf-EEG (Elektroenzephalogramm) durchgeführt. Dazu werden Elektroden am Körper des Patienten befestigt.

    Welche Aufschlüsse gibt eine Polysomnographie?

    • An den Augenbewegungen des Patienten wird erkannt, in welcher Schlafphase er sich befindet.
    • Ein angeschlossenes EKG-Gerät (Elektrokardiogramm) gibt verlässliche Aussagen über die Gesundheit des Herzens.
    • Die Beobachtung von Mund und Nase durch Aufzeichnungen gibt einen Eindruck über die Intensität von   Atemaussetzern in der Nacht. Diese sind für eine Schlafapnoe typisch.
    • Durch zusätzliche Dehnungsgurte über Brust und Bauch des Patienten kann die Atmungsanstrengung gemessen werden.
    • Lautaufzeichnungen wie starkes   Schnarchen   können den Verdacht auf die Erkrankung der Obstruktiven Schlafapnoe zusätzlich intensivieren.
    • Die Aufzeichnung der Körperlage und -bewegungen sowie die Messung der Körperspannung während des Schlafes erzeugen wichtige Aussagen über eine möglicherweise vorliegende Nervenstörung. Beim   Restless Leg Syndrom   etwa ist es so, dass die Beine im Prinzip ständig in Bewegung sind, insbesondere auch in der Nacht. Sie halten den Menschen oft wach und machen erholsamen Schlaf unmöglich.
    • Die Sauerstoffsättigung des Blutes ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung. Er wird mithilfe eines Sensors gemessen, der an Ihrem Finger oder dem Ohrläppchen angebracht wird.

    Der beschriebene Ablauf in einem Schlaflabor ändert sich ein wenig, wenn der Aufenthalt dazu dient, bei einer bereits bestätigten Schlafapnoe-Erkrankung das CPAP-Gerät auf die Bedürfnisse des Patienten einzustellen. Der Besuch des Schlaflabors kann hilfreich sein, sich an die Atemunterstützung zu gewöhnen und das Gerät zu bedienen. Jegliche Videoaufzeichnungen für die Evaluierung sonstiger Verhalten, wie beispielsweise Schlafwandeln, werden in guten Schlaflaboren selbstverständlich nur mit Ihrem unterschriebenen Einverständnis vorgenommen.

    Für wen ist ein Besuch im Schlaflabor sinnvoll?

    Grundsätzlich ist ein Schlaflabor die beste Möglichkeit, unklaren Schlafproblemen und auch dem Grund für starkes Schnarchen auf den Grund zu gehen. Vornehmlich bei Schlafapnoe tritt der Fall ein, dass Betroffene trotz genügend Schlaf in der Nacht tagsüber unter   ständiger Müdigkeit   leiden. Ist die Erkrankung mittel bis stark ausgeprägt, ist Sekundenschlaf selbst im Straßenverkehr oder bei der Arbeit keine Seltenheit und entsprechend gefährlich.

    Mithilfe der Untersuchung im Schlaflabor kann die Erkrankung nachgewiesen und entsprechend behandelt werden. Eine komplette Heilung der Krankheit ist selten, aber nicht unmöglich. Vorreiter in Bezug auf eine adäquate Behandlung ist die   CPAP-Therapie   oder etwa die   Protrusionsschiene. Letzteres ist eine hervorragende Behandlungsmöglichkeit ohne Schlafmaske, deren Kosten im Gegensatz zur CPAP-Maske jedoch nur unter bestimmten Bedingungen von der Krankenkasse übernommen werden können.

    Schlaflabor Ablauf Maske

    Wie bereitet man sich auf das Schlaflabor vor?

    Das Wichtigste zuerst: Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken über den Ablauf im Schlaflabor, denn es ist alles halb so schlimm, wie es sich anhört. Im Grunde geht es nur darum, dort die Nacht zu verbringen und die Untersuchungen sind alle völlig schmerzfrei. Sie sollten Folgendes für den Besuch einpacken:

    • Schlafanzug
    • Waschbeutel und ggf. Hygieneartikel
    • Morgenmantel
    • Hausschuhe
    • Frische Wäsche für den nächsten Tag
    • Persönliches wie Medikamente

    Darüber hinaus gelten für einen reibungslosen Ablauf im Schlaflabor die folgenden Regeln:

    • Über die Einnahme von Arzneimitteln aller Art sollten Sie das medizinische Personal unbedingt informieren.
    • Waschen Sie am Tag zuvor oder am Morgen des Untersuchungstages nochmals Ihre Haare und trocknen Sie sie gut, damit die am Kopf befestigten Elektroden auch bestmöglich haften und einwandfreie Messergebnisse möglich sind. Verzichten Sie deshalb auch auf Haarpflegeprodukte wie Haarspray oder Gel.
    • Um möglichst gut durchschlafen zu können, ist es ratsam, bereits einen Tag vor der Untersuchung, spätestens aber ab 14:00 am Untersuchungstag, auf zu viel Kaffee, schwarzen Tee oder andere Muntermacher wie zuckerhaltige Getränke oder gar Energydrinks zu verzichten.

    Eine Nacht im Schlaflabor: Ablauf der Untersuchung

    Der Ablauf im Schlaflabor sieht so aus, dass Sie sich als Patient gegen Abend in dem gebuchten Schlaflabor in Ihrer Nähe einfinden. Sie werden in alles eingewiesen und in ihr Zimmer geführt. Während die medizinischen Fachkräfte alles vorbereiten, dürfen Sie sich schon etwas entspannen und auf die Nachtruhe vorbereiten.

    Dann werden Sie mit den nötigen Elektroden verkabelt, die alle wichtigen Werte in der Nacht gemessen werden. Sie befinden sich zumeist an

    • Kopf
    • Brustkorb
    • Bauch
    • Zwischen Mund und Nase
    • Zeigefinger oder Ohrläppchen

    Zudem kann ein Mikrofon am Kehlkopf dazu dienen, Schnarchgeräusche mit aufzuzeichnen.

  • Ursachen und Behandlung eines geschwollenen Gaumenzäpfchens

    Welche Funktion hat die Uvula?

    Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „kleine Traube“, was das Aussehen beschreibt. Sie befindet sich im sogenannten weichen Gaumen. Obgleich das Gaumenzäpfchen keine lebensnotwendige Rolle für uns Menschen spielt, erfüllt es dennoch gleich mehrere wichtige Aufgaben.

    Schlüsselreiz als Körperschutzfunktion

    Die Uvula schützt uns erfolgreich, wenn wir uns verschlucken. Wird das Gaumenzäpfchen nämlich bereits leicht berührt, löst es einen Würgereflex aus, der nicht selten zum sofortigen Erbrechen führt. Dadurch wird verhindert, dass mögliche Fremdkörper in unsere Rachenregion gelangen und wir gar daran ersticken könnten.

    Beeinflussung unserer Aussprache

    Das Gaumenzäpfchen ist für die Lautbildung von Konsonanten verantwortlich. Das Interessante ist, dass eine fehlende Uvula nicht in jeder Landessprache gleich auffällig wäre. Am stärksten betroffen wären etwa französisch sprechende Menschen, da es hier besonders auf das umgangssprachlich ausgedrückte „rollende R“ ankommt. Im Englischen dagegen werden kaum Laute von der Uvula beeinflusst.

    Übrigens, Schnarchlaute kommen ebenfalls vom Gaumenzäpfchen. Insbesondere dann, wenn das Schnarchen anatomisch besonders lang ausfällt. Allerdings ist es nur in seltenen Fällen der alleinige Auslöser von Schnarchproblemen.

    Hilfestellung beim Essen und Trinken

    Das Zäpfchen in unserem Rachen liegt zwischen Mundhöhle und Nasenhaupthöhle. Beim Schluckvorgang verschließt das Gaumenzäpfchen den Zugang und verhindert so, dass uns beim Essen oder Trinken Nahrungs- und Flüssigkeitspartikel in die Nase und den Rachen steigen.

    Unterstützung als Speichelproduzent

    Menschen, die sich das Gaumenzäpfchen entfernen ließen, leiden häufig unter einem trockenen oder kratzenden Gefühl im Hals. Man geht daher davon aus, dass der Speichel, den die Uvula produziert, als Schmierfilm für unseren Rachen dient.

    Ursachen und Symptome eines geschwollenen Gaumenzäpfchens

    Normalerweise spürt man sein Gaumenzäpfchen gar nicht. Ist das Gaumenzäpfchen jedoch geschwollen, kann das unter Umständen ganz schön weh tun. Folgende Anzeichen sprechen für eine Schwellung der Uvula:

    • Schluckbeschwerden
    • Engegefühl im Hals
    • Halsschmerzen
    • Reizhusten

    Zeigt sich die Entzündung besonders ausgeprägt, kann es auch sein, dass Sie einen Brechreiz verspüren. Kopfschmerzen sind in diesem Fall ebenfalls möglich.

    Entzündetes Gaumenzäpfchen: Auf Ursachenforschung

    Eine der häufigsten Ursachen für ein entzündetes oder geschwollenes Gaumenzäpfchen ist eine Virusinfektion oder eine Grippe. Sie geht gleichermaßen mit Schnupfen, Husten, Fieber und Heiserkeit einher. Auch der Rest des Rachens zeigt sich oft rot und entzündet. Verschwindet der Infekt, bildet sich auch die Schwellung des Gaumenzäpfchens wieder langsam zurück.

    Leiden Sie nicht an einem Infekt, kann eine geschwollene Uvula auch auf verschiedene andere Krankheiten hindeuten. Typischerweise tritt sie als Nebensymptom des Pfeifferschen Drüsenfiebers oder einer Mandelentzündung auf. Auch die als Kinderkrankheiten bezeichneten Windpocken oder Masern gehen mit einem solchen Nebensymptom einher. Bakterielle Infektionen, etwa durch falsch angepasste Zahnprothesen, sind ebenfalls nicht selten.

    Die häufigsten Gründe auf einen Blick

    • Virusinfektion (Erkältung/Grippe)
    • Bakterielle Infektion
    • Pfeiffersches Drüsenfieber
    • Mandelentzündung
    • Allergische Reaktion
    • Masern
    • Windpocken
    • Diphtherie

    In vielen Fällen ist die Sorge über ein geschwollenes Gaumenzäpfchen unbegründet. Falls Ihre Gaumenschmerzen jedoch nicht innerhalb weniger Tage von selbst nachlassen, suchen Sie bitte Ihren Hausarzt auf.

    Ein geschwollenes Gaumenzäpfchen – Ursache für Schnarchen?

    Viele Bettnachbarn können ein Lied davon singen: Schnarchen! Das Geräusch kommt vom Gaumenzäpfchen, das die Atemwege verengt und dann flattert und vibriert. Ist Ihr Gaumenzäpfchen entzündet, kann das   Schnarchen   noch lauter sein als sonst. Eine Entfernung der Uvula scheint daher für viele, der plausibelste Weg zu sein – etliche Mediziner sehen das allerdings kritisch.

    Das liegt daran, dass sich gezeigt hat, dass bei vielen Personen nach einer Gaumenzäpfchen-Entfernung über kurz oder lang Komplikationen aufgetreten sind. So litten diese an:

    • Schluckbeschwerden
    • Mundtrockenheit
    • Fremdgefühl im Rachen

    Es ist auch erwiesen, dass das Gaumenzäpfchen lediglich den Klang des Schnarchens verursacht, jedoch niemals der eigentliche Auslöser des Schnarchens ist. Diesen gilt es jedoch, herauszufinden und zu behandeln.

    geschwollenes Gaumenzäpfchens Glocke

    Uvula und Schlafapnoe

    Bei Obstruktiver Schlafapnoe handelt es sich um eine Erkrankung, die nachts auftritt. Durch den Verschluss der Atemwege kommt es zu mehreren, kurzen aber intensiven Atemstillständen in der Nacht. Der Körper erwacht aufgrund seiner Schutzfunktion kurz, aber die Patienten erleben diese Wachzustände nicht bewusst. Schlafapnoe äußert sich im Anfangsstadium unter anderem durch:

    • Starke   Tagesmüdigkeit
    • Konzentrationsstörungen
    • Stimmungsschwankungen
    • Kopfschmerzen/Migräne
    • Nächtliches Schwitzen

    Bleibt die Schlafapnoe unbehandelt, kann es zum Sekundenschlaf kommen.  Das ist am Steuer oder beim Bedienen von Maschinen besonders verheerend. Es können aber auch weitere gesundheitliche Probleme auftreten. Die Klassiker sind von Depression über Herz-Kreislauf-Schwierigkeiten bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Es sind jedoch viele Behandlungsmöglichkeiten verfügbar und die Kostenübernahme erfolgt im Therapiefall mithilfe einer CPAP-Atemmaske, oftmals über die Krankenkasse.

    Viele Studien und auch etwa die   Seegartenklinik   warnen ausdrücklich vor der Entfernung des Gaumenzäpfchens nur wegen des Schnarchens. Die Ursache kann unter anderem auch Schlafapnoe lauten. Eine Entfernung der Uvula führt zumeist zu einer Verschlimmerung des Zustandes. Daher sollte an anderer Stelle angesetzt werden und eine entsprechende ärztliche Behandlung erfolgen.

    Was kann man bei einem geschwollenen Gaumenzäpfchen tun?

    Liegt keine Vorerkrankung oder akute Infektion vor, tritt eine Gaumenentzündung häufig auf, wenn Personen primär durch den Mund statt die Nase atmen. Das passiert, wenn man das Gefühl empfindet, dadurch mehr Luft zu bekommen. Die Atmung ist jedoch auf Dauer nicht optimal, sie reizt unsere empfindlichen Schleimhäute, trocknet sie aus und macht sie verwundbar für Entzündungen. Bewusst Atmen lernen durch Yoga, autogenes Training oder nachts, auch das   Mouth Taping   können hilfreiche Methoden sein, um sich die Mundatmung abzugewöhnen.

    Ist ein grippaler Infekt oder etwa eine Mandelentzündung für die Schwellung des Gaumenzäpfchens verantwortlich, hilft auskurieren und

    • Bettruhe
    • Gurgeln mit Salzwasserlösung
    • Heißen Tee trinken (Achtung: Verbrühungsgefahr der Rachenregion!)
    • Halstabletten zum Lutschen (Apotheke)
    • Warme Halswickel
    • Natürliches Vitamin C einnehmen (heiße Zitrone etc.)

    In schwereren Fällen wird Ihnen Ihr Arzt ein abschwellendes Schmerzmittel (Analgetikum) oder Antibiotika verordnen. Vorbeugen lässt sich durch einen gesunden Lebensstil und den Verzicht auf Alkohol sowie Nikotin. Tritt die Schwellung des Gaumenzäpfchens chronisch auf, muss nach der Ursache geforscht und diese therapiert werden.

    Fazit

    Das Gaumenzäpfchen ist zwar nicht lebensnotwendig, doch erfüllt es wichtige Aufgaben. Es sorgt dafür, dass wir bestimmte Laute aussprechen können, befeuchtet unseren Rachen und schützt die sensible Nasen und Rachenregion vor dem Eindringen möglicher Fremdpartikel, in dem es uns im wichtigen Moment einen Würgereflex beschert.

    Tut das Gaumenzäpfchen spürbar weh, liegt eine Schwellung oder Entzündung vor. Diese kann unter anderem von einer viralen oder bakteriellen Infektion herrühren. Auch andere Erkrankungen wie Pfeiffersches Drüsenfieber sind mögliche Auslöser. In den meisten Fällen heilt das Gaumenzäpfchen von selbst wieder aus und die Schwellung geht zurück. Nicht selten lassen sich Personen die Uvula entfernen, weil sie sie für Ihr Schnarchen verantwortlich machen. Das ist allerdings problematisch.